Georgia Ndebi – Das Feuer des Lebens braucht Öl um ewig zu brennen!

bleiwiis 2013 Anerkennungspreis Kat. 1

Ich schlich mich aus dem Haus, um ein Bisschen in der Stadt sein zu können.
Plötzlich hörte ich ein Lied, das mich magisch anzog.
So etwas schönes hatte ich noch nie gehört.
Aber es wurde leiser, also rannte ich dem Klang hinterher.
Es führte mich in eine dunkle Gasse.
Etwas weiter hinten stand ein kleiner Mann, der in ein Feuer starrte.
Er hatte dunkelblondes Haar und sah wütend ins Feuer.
Das Lied kam aus dem Feuer, aber es wurde immer leiser.
“Hör auf damit!”, schrie der Mann plötzlich wütend.
Das Lied verstummte auf einmal, und der Mann schlug mit der Hand ins Feuer.
„Wir werden ihn nicht mehr finden!“, schrie er noch wütender.
Aus dem Feuer kam eine schöne, klare Stimme die antwortete: “Ich muss es doch tun Angis, wir müssen ihn finden!“
„Nein, müssen wir nicht!“, schnarrte er zornig.
„Was hast du denn von mir erwartet, das ich darauf warte, dass wir alle untergehen?!“, fragte die Frauenstimme.
„Du bist in meiner Gewalt, und du hast das zu tun,was ich dir sage!“, schrie er ins Feuer.
„Das glaube ich nicht!“, sagte die Stimme fest.
Auf einmal wurde das Feuer immer grösser und grösser, und es wurde in der ganzen Gasse hell.
Aus dem Feuer erschien langsam eine Gestalt, die mit dem Feuer wuchs.
In dem riesigen Feuer stand nun eine Frauengestalt.
Sie hatte ein samtig rotes Kleid an und ihre Haare bestanden aus reinem Feuer.
Sie schaute jetzt verächtlich auf den Mann herab.
Dann passierte alles ganz schnell.
Ihre Augen färbten sich von braun zu rot, und ihre Stimme wurde tiefer und wütend.
“Wie kommst du dazu einer Göttin zu sagen, was sie zu tun hat?!”, schrie sie den Mann an und beugte sich zu ihm.
“Ich wollte nur nicht, dass du ihn rufst!”, murmelte er.

“Ich suche ihn jetzt schon seit hundert Jahren!”, rief sie und richtete sich wieder auf.
“Aber wir haben ihn bis jetzt noch nicht gefunden!”, entgegnete er laut.
“Du wirst ihn für mich finden müssen”, sagte sie etwas ruhiger.
“Wieso denn ich?!”, fragte er geschockt.
“Weil du an der ganzen Sache schuld bist!”, antwortete sie zornig.
“Na, gut”, gab er schliesslich nach.
Die Frau verschwand so plötzlich, wie die erschienen war, übrig blieb nur ein kleines Feuer und dieser Mann.
Der Mann seufzte und lief in meine Richtung.
Ich konnte mich nicht verstecken, ich konnte höchstens wegrennen, aber selbst dann hätte mich der Mann gesehen.
Er kam auf mich zu und blieb vor mir stehen.
“Du!”, sagte er nur und grinste breit.
“Tut mir leid, wenn ich sie gestört habe”, antwortete ich unschuldig und hoffte, dass ich einfach gehen konnte.
“Hast du die Stimme gehört?!”, fragte er gespannt und hielt mich an den Schultern fest.
Ich wollte eigentlich nicht antworten, aber irgendetwas zwang mich dazu.
“Ja”, antwortete ich.
“Das ging ja noch schneller als ich gedacht hätte”, erwiderte er und grinste noch breiter.
Er packte mich an den Schultern und nahm ein komisches Fläschen aus seinem braunen Mantel.
Er zog mich zum Feuer und goss die Flüssigkeit, die in dem Fläschen war, über das Feuer.
Dann wurde es plötzlich ganz hell und wir drehten uns schnell im Kreis.
Ich schloss meine Augen und hielt mich an dem Mantel des Mannes fest.
Als ich meine Augen aufmachte, waren wir an einem ganz anderem Ort.
Ich war auf einer grünen grossen Wiese, die bis ins unendliche zu reichen schien.
“Was war das für eine Flüssigkeit?”, fragte ich und sah mich weiter erstaunt um.

… das Ende der Geschichte kannst Du im Bleiwiis-Buch 2013 nachlesen.