Lilian Furrer – Grenzenschwebe

bleiwiis 2015 – Anerkennungspreis Kat. 2

Ein Blümchen bewegt sich mechanisch voran,
doch bin ich die Einzige, die es sehen kann.
Ein Tropfen schwebt ganz sanft nach oben,
und nicht wie gewohnt auf den trockenen Boden.
Doch ist es nun wirklich, was ich da seh?
Entspringt es doch nur meiner eignen Idee.
Wo ist die Grenze, die ich da nicht find?
Existiert sie wirklich, und bin ich nur blind?
Die Antwort fehlt, bleibt undeklariert,
ist sie doch für jeden anders definiert.
Doch will ich sagen, wo Schwarz das Weiss
und Dunkel das Licht erhellt,
wo Blüte in Samen und Pflanze zu Staub zerfällt,
wo Traum in Wirklichkeit,
und Illusion in Realität aufgeht,
da ist der Ort, wo blühende Fantasie neben kalter
Ratio steht.
Doch was ist nun richtig und was gar falsch?
Wo ist die Grenze, die ich da nicht find?

… das Ende des Gedichtes kannst Du im Bleiwiis-Buch 2015 nachlesen.